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AKTUELLES
Die große Stadtprozession
Christian von Brauschweig marschierte in Richtung Werne. Die Vikare Overhage und Brüggemann schrieben in ihrer Chronik: 
„Im Jahre 1622 am 6. May, am Freitage, der unmittelbar auf Christi Himmelfahrt folgt, war der furchtbare Christian v. Braunschweig, noch jetzt sehr bezeichnend unter dem Namen des ,Tollen Hans Christian’ im Munde des Volkes in der Nähe der Stadt Werne. Nach der Sage und hiesigen Traditionen, die der Verfasser dieser Chronik selbst aus dem Munde alter Bürger vernahm, hätte ein starker Nebel den Christian gehindert, Werne zu finden, und er habe am Siechenhause mit seiner Rotte sich seitwärts gewendet; nach einer andern Sage hat er die Belagerung der Stadt, die bloß von den Bürgern vertheidigt wurde, aufgeben müssen. Geschichtlich ist jedenfalls, daß er mit seiner Horde nicht in derselben nach seiner gewöhnlichen Manier gehauset, ja garnicht in Werne gewesen ist." - In den folgenden Monaten bemühten sich nun die Ratsherren von Werne, nachzulesen in den Ratsprotokollen der Jahre 1622 und 1623, um eine Genehmigung zu einer jährlichen Dankprozession - ein schwieriges Unterfangen, wie sich herausstellen sollte. 
Endlich, am 13. Mai 1623, gab der Probst von Cappenberg, gleichzeitig Archidiakon und höchster kirchlicher Würdenträger von Werne, Theodor Hane, die Erlaubnis (lateinische Originalfassung im  Stadtarchiv Werne, Ble, 6):  
„Wir, Theodor Hane, durch göttliche Vorsehung Propst von Cappenberg, Archidiakon der Pfarrkirche in Werne, erbieten den geistlichen Rektoren ebendort unsern Gruß. Als der Magistrat der genannten Stadt Werne uns nachdrücklich bat, daß wir zur ewigen Erinnerung wegen der hinterhältigen Machenschaften der Soldaten Herzog Christians von Braunschweig, mit denen sie in dieselbe Stadt im Jahre 1622 am 6. Mai, einem Freitag unmittelbar nach Christi Himmelfahrt - wenn die Milde der göttlichen Macht sie (die Machenschaften) nicht zunichte gemacht hätte - einzudringen versuchten, ihm die Erlaubnis erteilten, an demselben Tag eine feierliche Prozession mit dem verehrungs- würdigen Sakrament einzurichten, konnten und durften wir eine so ehrenvolle und demütige Bitte nicht abschlagen. Deshalb gebieten wir euch, Vizekuraten, Altaristen, Priestern und anderen Dienern der genannten Kirche, öffentlich von der Kanzel zu verkünden, daß der genannte Freitag bis zum Mittag zur Ehre der göttlichen Majestät für die Abwehr einer derartigen Gefahr mit Ermahnung an das Volk und Meßfeiern feierlich zu halten ist, und die Einwohner der selben Stadt zu den Gott dafür schuldigen Danksagungen sorgfältig zu ermahnen. Wenn ihr das tut, wird es nicht nur uns, sondern auch Gott selbst, den Besten und Größten, sehr wohl gefällig sein. Zum Zeugnis dafür bekräftigen wir diese Urkunde mit unserer Unterschrift und dem Aufdruck des Archidiakonatssiegels. Gegeben zu Cappenberg 13. Mai i. J. 1623 LS. Theodor Hane, Probst“
Die nächsten Termine

Die Termine für das Jahr 2017 finden Sie unter "Veranstaltungen". Die nächsten Termine sind:
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Sonntag, 25. Juni 2017
Große Stadtprozession
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Dienstag, 27. Juni 2017
Ganztagesfahrradtour
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Donnerstag, 6. Juli 2017
4. Radtour "Fahrt ins Blaue"
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Haben Sie Rückfragen zu unseren Veranstaltungen? Wenden Sie sich bitte an Joseph und Ursula Funhoff unter Telefon: 02389 3641 oder unter E-Mail: joseph.funhoff@t-online.de

Impressionen aus unserer Heimatstadt

MAX UND MORITZ
von Wilhelm Busch
Eine Bubengeschichte in 7 Streichen
vorgestellt in den nächsten Monaten

5. Streich

Wer im Dorfe oder Stadt
Einen Onkel wohnen hat,
Der sei höflich und bescheiden,
Denn das mag der Onkel leiden. -
- Morgens sagt man: "Guten Morgen!
Haben Sie was zu besorgen?"
Bringt ihm, was er haben muß:
Zeitung, Pfeife, Fidibus. -
Oder sollt´ es wo im Rücken
Drücken, beißen oder zwicken,
Gleich ist man mit Freudigkeit
Dienstbeflissen und bereit. -
Oder sei´s nach einer Prise,
Daß der Onkel heftig niese,
Ruft man "Prosit!" allsogleich
"Danke, wohl bekomm´ es euch!"
Oder kommt er spät nach Haus,
Zieht man ihm die Stiefel aus,
Holt Pantoffel, Schlafrock, Mütze,
Daß er nicht im Kalten sitze, -
Kurz, man ist darauf beacht,
Was dem Onkel Freude macht. -

- Max und Moritz ihrerseits
Fanden darin keinen Reiz. -
- Denkt euch nur, welch schlechten Witz
Machten sie mit Onkel Fritz!

Jeder weiß, was so ein Mai-
Käfer für ein Vogel sei.
in Mönsterlänner Platt
naovertellt von Rainer Schepper

De füfte Spiet

Well in´t Duorp of in de Stadt
Nao en Ohm hät, sall apatt
Brav un fröndlick sien bi Tieden;
Denn dat magg de Ohm wull lieden. -
Muorgens segg man: "GueddenMuorgen!
Häff ji auk wat to besuorgen?
Is nao alls bi ju in Schuß:
Tiedunk, Piepe, Fidibus?"
Hät de Ohm vandag dann siene
Iätterbiettsken Rüggstrankpiene,
So is jedereene faort
Gärne em to Densten praot. -
Is de Ohm dann es an´t Prümen
Un he prußt, dann nich versümen,
Faorts to seggen: "Prosit!" - Jau!
"Besten Dank!" segg he dann gau. -
Wenn he lat nao Huse kümp,
Treck em Stiewweln ut un Strümp,
Hal Pantuffel, Slaoprock, Söcken,
Sett em nich in kaolle Ecken -
Kuott un guett, si drup bedacht,
Dat de Ohm auk ümmer lacht. -

Max un Moritz, pflichtvergiätten,
Wullen daovon gar nicks wietten.
Denkt ju, wat för´n liegen Witz
Möken se sick met Ohm Fritz! -

Jeder weet, wat so ein Mai -
Kawel is in Busk un Hei.
In den Bäumen hin und her
Fliegt und kriecht und krabbelt er.
In de Baime hen un hiär
Fleigt un krupt se krüs und quiär.
Max und Moritz, immer munter,
Schütteln sie vom Baum herunter.
Max un Moritz - is´t en Wunner? -
Schudden se von´n Baum harunner.
In die Tüte von Papiere
Sperren sie die Krabbeltiere.
Dann män all in de Tuten
Un de buoben dicht versluten! -
Fort damit und in die Ecke
Unter Onkel Fritzens Decke!
Un dann ilig män verstäcken
In sien Bedde in de Diäcken.
Bald zu Bett geht Onkel Fritze
In der spitzen Zipfelmütze,
Seine Augen macht er zu,
Hüllt sich ein und schläft in Ruh.
Ohm geiht nu nao´n Bedde wanners.
Ower wacht, baoll kümp et anners!
Erstan slöpp he smöh un sacht;
Denn et is all düstre Nacht.
Doch die Käfer, kritze, kratze!
Kommen schnell aus der Matratze.
Doch de Kawels, een nao´n annern,
Fangt up eenmaol an to wannern.
Schon faßt einer, der voran,
Onkel Fritzens Nase an.
Un de erste päck sodann
Bi den Ohm de Niäse an.
"Bau!" schreit er - "Was ist da hier?"
Und erfaßt das Ungetier.
"Bau!" röpp he, "wat is dat hier?"
Un he gripp sick faort so´n Dier.
Und den Onkel voller Grausen
Sieht man aus dem Bette sausen.
Baolle päck em doch dat Grusen,
Sühs em ut´n Bedde susen!
"Autsch!" - Schon wieder hat er einen
Im Genick und an den Beinen.
"Autsch!" All wier sitt dor eene
In den Nacken, an de Beene.
Hin und her und rund herum
Kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.
Hen un hiär, et is en Grus
Krupt un fleigt se met Gebrus.
Onkel Fritz in seiner Not,
Haut und trampelt alle tot.
Män Ohm Fritz in siene Naut
Stött un trätt se alle daut.
Guckste wohl! Jetzt ist´s vorbei
Mit der Käferkrabbelei!
Sühste, nu is´t auk vörbi
Met de Kawelkrabbelie.
Onkel Fritz hat wieder Ruh´
Und macht seine Augen zu.

Dieses war der fünfte Streich,
Doch der sechste folgt sogleich.
Baolle slöpp he wier sacht,
Un ganz rühig bliff de Nacht.

Düt was nu de füfte Spiet.
Män de säßte is nich wiet.
 
Wer sich für die plattdeutsche Sprache interessiert, ist in unserem Arbeitskreis herzlich willkommen.
 
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