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AKTUELLES
Mittwoch, 22. März 2017
15.00 Uhr
Frühlingssingen in der Westfälischen Stube im Stadtmuseum.
Die nächsten Termine

Die Termine für das Jahr 2017 finden Sie unter "Veranstaltungen". Die nächsten Termine sind:
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Mittwoch, 22. März 2017
Frühlingssingen
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Donnerstag, 6. April 2017
1. Radtour - Fahrt ins Blaue
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Ostermonat, 17. April 2017
Besuch Osterfeuer der Kolpingsfamilie
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Haben Sie Rückfragen zu unseren Veranstaltungen? Wenden Sie sich bitte an Joseph und Ursula Funhoff unter Telefon: 02389 3641 oder unter E-Mail: joseph.funhoff@t-online.de

Werne in alten Ansichten

MAX UND MORITZ
von Wilhelm Busch
Eine Bubengeschichte in 7 Streichen
vorgestellt in den nächsten Monaten

1. Streich

Mancher gibt sich viele Müh´
Mit dem lieben Federvieh,
Einesteils der Eier wegen,
Welche diese Vögel legen,
Zweitens: Weil man dann und wann
Einen Braten essen kann,
Drittens aber nimmt man auch
Ihre Federn zum Gebrauch
In die Kisten und die Pfühle,
Denn man liegt nicht gerne kühle -
Seht, da ist die Witwe Bolte,
Die das auch nicht gerne wollte.
in Mönsterlänner Platt
naovertellt von Rainer Schepper

De erste Spiet

Männigeen is lat un fröh
Wuoll bedacht up´t Fiärveh;
Eenmaol geiht et - so to seggen -
Daobi üm dat Eierleggen,
Tweddens: dat man dann un wann
Sick en Braoden iätten kann;
Diäddens ower stoppt man wull
Iähre Fiärn week un vull
In de Küssens, in de aollen;
Denn man slöpp nich gärn in´n Kaollen. -
Kick, auk Wittfrau Bolte dachte
Sick iähr Bedde warm un sachte.

Ihrer Hühner waren drei
Und ein stolzer Hahn dabei -
Max und Moritz dachten nun
Was ist hier jetzt wohl zu tun? -
- Ganz geschwinde, eins, zwei, drei
Schneiden sie sich Brot entzwei,
in vier Teile jedes Stück
Wie ein kleiner Finger dick.
Diese binden sie an Fäden,
Übers Kreuz, ein Stück an jeden,
Und verlegen sie genau
In den Hof der guten Frau. -
Hohner har se drei un wahn
Stolt daobi en buten Hahn.
Max un Moritz dachen sick:
Dat giff nu en lustig Stück. -
- Sneeden sick en Kanten Braut,
Week un frisk un söt und graut,
In veer Deele, jede Stück
Was en kleinen Finger dick.
Met´n Fahm, den se jüst funnen,
Wor dat ganze Wiärks verbunnen,
Un se läggen alls genau
In den Hoff von düsse Frau. -

Kaum hat dies der Hahn gesehen,
Fängt er auch schon an zu krähen
Kikeriki Kikikerikih!!
Tak, tak, tak! - da kommen sie.
Jüst hät dat de Hahn nu seihn,
Giff he sick auk all an´t Kraihn:
Kikeriki! Kikikeririkih!! -
Tak tak tak! - un faort derbi!
Hahn und Hühner schlucken munter
Jedes ein Stück Brot hinunter.
Un se sluket, gar kinn Wunner,
Jede en Stück Braut harunner.
Aber als sie sich besinnen,
Konnte keines recht von hinnen.
Ower äs se´t to sick nuemmen
Könn´n se von die Stiär nich kuemmen.
In die Kreuz und in die Quer
Reißen sie sich hin und her,
In de Krüs un in de Quiär
Reeten se sick hen un hiär,
Flattern auf und in die Höh´,
Ach herje, herjemineh!
Flüögen haug in alle Hast,
Aoch herjeh, se sätten fast.
Ach, sie bleiben an dem langen,
Dürren Ast des Baumes hangen -
- Un ihr Hals wird lang und länger,
Ihr Gesang wird bang und bänger.
Un se bliebben an den langen
Saoren Boog an´n Baum dor hangen.
Un iähr Hals wor lank un länger,
Iähr Gesank was nich mähr tenger.
Jedes legt noch schnell ein ei,
Und dann kommt der Tod herbei -
Jede lagg nao gau en Ei,
Un vörbi was dat Buhei. -
Witwe Bolte in der Kammer
Hört im Bette diesen Jammer.
Wittfrau Bolte in de Kammer
Häört in´n Bedde al den Jammer.
Ahnungsvoll tritt sie heraus,
Ach, was war das für ein Graus!
Ilig läöpp se ut´n Hus,
Steiht stief hen vör all den Grus.
"Fließest aus dem Aug ihr Tränen!
All´ mein Hoffen, all´ mein Sehnen,
Meines Lebens schönster Traum
Hängt an diesem Apfelbaum!"
"O, ick könn wull Träönen grienen,
O, dor hangt se, all de fienen
Hohner, o mien schönste Draum
Hänk dor an den Appelbaum!"
Tiefbetrübt und sorgenschwers
Kriegt sie jetzt das Messer her,
Nimmt die Toten von den Strängen,
Daß sie so nicht länger hängen.
Ganz bedröwt to Sinn is iähr,
Un se krigg dat Meß nu hiär,
Wiägen dat et iähr verlanget,
Dat se dor nich länger hanget.
Und mit stummem Trauerblick
Kehrt sie in ihr Haus zurück.
Un äs nicks mähr kraiht un flügg,
Geiht se stumm in´n Huse trügg.
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Dieses war der erste Streich,
Doch der zweite folgt im März.
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Düt was nu de erste Spiet,
Doch de twedde is nich wiet.
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Wer sich für die plattdeutsche Sprache interessiert, ist in unserem Arbeitskreis herzlich willkommen.
 
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